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Autor Thema: Hat Aikido was gebracht?  (Gelesen 2184 mal)
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Oliver E
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Beiträge: 43


« Antworten #10 am: 09. 06. 09 - 16:33 Uhr »

Moin
Zur Erklärung, wenn ich mich z.B. mit Wing Tsung'lern unterhalte, höre ich immer wieder die Argumente "sehr Effektiv, voll realistisch, beste Selbstverteidigung",
Dazu muß man wissen, daß es zum Unterrichtskonzept des WT gehört, ein solches Selbstbewußtsein heranzubilden. Dieses Bewußtsein ist sozusagen die grundlegende Basistechnik des WT.
Einen WTler, der nicht 150%ig davon überzeugt ist, in einem Konflikt immer zu siegen, kann es nicht geben.

Wie Christiane richtig anmerkt, ist die Haltung von Aikidoka zumeist anders gelagert. Das hat wohl auch damit zu tun, daß wir im Aikido daran gewöhnt sind, daß unsere Technik nicht funktioniert. Aikido als Suche nach der perfekten Technik.
Wenn man dann erlebt, wie gut das wirklich funktioniert, ist das eine große Überraschung.

Und schließlich: Solche Gespräche über Effektivität finden häufig in der Anfangszeit, in den ersten Jahren einer Aikido-Biographie statt. Und da ist von der Tauglichkeit oft noch relativ wenig zu erleben.

Zitat
…  ihr Ziel war ein anderes. Das Ziel ist lt. meiner Erfahrung eher Budo erleben als SV erlernen.
Oh …
Bei uns ist es gerade der Begriff „Budo“, der benutzt wird, wenn man über den martialen Aspekt (bu) von Aikido sprechen möchte.
Wenn Endo betont, daß Aikido Budo ist, dann meint das, daß es auf ernsthafte Angriffe eine funktionierende Lösung bietet. (Auch und gerade wenn wir die Standartangriffe üben.)

Budo meint – in unserem Sprachgebrauch – etwas üben und auf eine Weise üben, das in einer SV Situation funktioniert. Auch wenn wir von SV nicht sprechen.
Und dieses Üben, eingebettet in den Rahmen eines Dojo führt zur Entwicklung der Freiheit von Körper und Geist. Es macht das Ki stark, läßt es frei fließen. Und dergleichen.

Aber ehrlich gesagt, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man Aikido üben kann, ohne daran zu arbeiten, daß das, was man übt auch funktioniert. Das tut ihr doch auch, oder?

Grüße,
Carsten

Zu Punkt eins, kann natürlich sein und ich muss zugeben das ich von WT auch zu wenig Ahnung habe um das beurteilen zu können.
Ich persönlich mag es nicht wenn jemand behauptet das er ein Experte in Sachen SV ist wenn er SV nie anwenden musste. Mit dieser Einstellung kann ich natürlich auch vollkommen daneben liegen, lerne gerne dazu.

Aikido als Suche nach der perfekten Technik umschreibt sehr gut warum ich versuche Aikido zu lernen. Mich fasziniert was man als Mensch leisten könnte/kann und dies zeigt sich meiner Meinung nach, auf besondere Weise in den Kampfkünsten. Die Körperbeherrschung einiger Kampfkünstler ist extrem.

Auch zu Punkt 2 hast Du Recht.
Doch empfinde ich SV als einen Teil von Budo. Wenn ich mich mit Budo beschäftige, beschäftige ich mich also automatisch mit SV (im weitesten Sinne, manchmal bewusst und manchmal auch unbewusst). Doch andersherum geht die Rechnung nicht auf. Will sagen, ich finde das in manchen Schulen die Kampfkunst auf reine SV reduziert wird, genau wie in anderen der Sportaspekt/Wettkampf (für meinen Geschmack) zu weit im Vordergrund steht.
Letzteres war auch ein Grund warum ich mit dem (Shotokan) Karate aufgehört habe, je nach Trainier, Schule, Stil bemerkt man das Wettkampferfolge höher bemessen werden als das eigentlich können oder gar Techniken aus dem Repertoire entfernt werden da sie keine wettkampfliche Relevanz haben. Auf beiden Wegen leiden die geistigen Herausforderungen traditioneller Kampfkünste.

Aber, wie ich schon schrieb: Von einer Kampfkunst erwarte ich einfach das sie Funktioniert, bzw ich hinterfrage die Wirkung garnicht erst. Denn für mich wäre es Sinnlos etwas zu Trainieren an das ich garnicht glaube. Ob ich es könnte ist eine andere Frage.....
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Christiane Schiemann
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« Antworten #11 am: 09. 06. 09 - 16:44 Uhr »

<grins>
Carsten,

Zitat
Aber ehrlich gesagt, ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man Aikido üben kann, ohne daran zu arbeiten, daß das, was man übt auch funktioniert. Das tut ihr doch auch, oder?

Und wie!

;-)
Gespeichert

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